Gemeinde Groß Stieten

Groß Stieten liegt, ebenso wie der Ortsteil Neu Stieten, an der B 106 zwischen Wismar und Schwerin.

Gesamtgröße: 650 ha
Einwohner: 611

Aus einem typisch mecklenburgischen Dorf mit Gutshofcharakter, nämlich Arbeiterkaten, einem Gutshaus und Wirtschaftsgebäuden entlang der Dorfstraße, entwickelte sich mit der Gründung des Volkseigenen Gutes (VEG) Groß Stieten ein neues, modernes Dorf. Das VEG wurde im Laufe seines 40-jährigen Bestehens bis zur Wende als einer der ökonomisch stärksten Betriebe in der Landwirtschaft bekannt. Mit ihm als Musterbetrieb veränderte sich das Dorfbild grundlegend. Rund 750 Arbeitskräfte waren in Groß Stieten beschäftigt und jährlich wurden etwa 200 Lehrlinge ausgebildet. Zu den neuen Produktionsstätten zählten die 500er-Milchviehanlage, die Schweine-, Schaf- und Geflügelzucht sowie die Broilermast.
DDR-bekannt waren die Pferdezucht auf Trakehner-Grundlage und die Erfolge der Reitsportler bei den DDR-Meisterschaften. Für die Ausbildung der Pferde und das Training der Reiter wurden mit dem Bau einer Reiterhalle, eines Richterturms und eines großzügigen Reitplatzes hervorragende Bedingungen geschaffen. Auch eine Sporthalle mit Kegelbahn stand allen Einwohnern zur Verfügung. Das Wohnungsbauprogramm der DDR und der sichere Arbeitsplatz trugen dazu bei, dass die Einwohnerzahl auf 1.150 anstieg, denn viele junge Familien zog es hierher.

Nach der Auflösung des Volkseigenen Gutes als fast einzigem Arbeitgeber wurde es merklich stiller im Ort, die Einwohnerzahl sank einige Jahre stetig und hat sich in den letzten vier Jahren bei ca. 600 eingepegelt. Von den ehemals großen Tierhaltungen produzieren heute lediglich noch die Meisterbereiche der Geflügelzucht sowie ein Landwirtschaftsbetrieb, der vorrangig die Äcker bewirtschaftet. Seit 1990 wurden über 30 Handwerks- und Gewerbebetriebe in Groß Stieten und im Ortsteil Neu Stieten ansässig. Die Lage des Ortes ist günstig zur A 20 und zur A 241, aber weit genug entfernt, um den dazugehörigen Verkehrslärm nicht zu hören.

Es lebt sich gut im Ort, denn dank des Engagements vieler Einwohner stimmt die Infrastruktur: Eine Arztstation, ein Frisör, Verkaufsstellen für Waren des täglichen Bedarfs und für frisches Obst, Gemüse und Blumen sowie zwei Gaststätten erleichtern das Leben auch und besonders der älteren Einwohner. Für junge Leute und Familien steht eine gut ausgelastete Kindertagsstätte zur Verfügung. Nachdem im Ort – im Gegensatz zu unseren anderen Amtsgemeinden – außer drei Lückenbauten keine weiteren neuen Häuser entstanden, werden in diesem Jahr endlich auch auf dem seit 1993 ausgewiesenen Baugebiet neue Häuser für junge Familien entstehen. Die Schulen sind alle in unserem Nachbarort Dorf Mecklenburg, wo sich auch die nächste Apotheke und ein Bahnhof befinden. Zu unserer Freude wurde im vergangenen Jahr ein Radweg zwischen den beiden Gemeinden fertig gestellt, sodass es gefahrlos möglich ist, zu Fuß oder per Rad weiterzukommen. Die ehemalige Sporthalle wurde zu einem Dorfgemeinschaftszentrum umgebaut. Nun haben die Sportfreunde der einzelnen Sparten der Sportgemeinschaft sehr gute Bedingungen zum Training oder zum Wettkampf, so die Vereine „Soziale Initiative“, (Kümmert sich besonders um die Belange der älteren Bürger), der Anglerverein und ein weithin bekannter Kleingartenverein, der mit seinem jährlichen Erdbeerfest sowie den Sommer- und Herbstapfelschauen viele interessierte Gartenfreunde anlockt. Auch für die Jugendlichen wurde im Dorfgemeinschaftshaus eine Begenungsstätte geschaffen. Es gibt eine funktionierende Freiwillige Feuerwehr, die zwar räumlich sehr gut ausgestattet ist, vom stand der Technik jedoch erheblicher Nachholbedarf ansteht. Da viele Bürger außerhalb arbeiten, ist manchmal die volle Einsatzbereitschaft nicht gewährleistet.

Auf einigen Gebieten muss noch viel passieren, das wissen wir alle. Vieles hängt an den nicht vorhandenen Geldern oder an teilweise unverständlicher Bürokratie. Davon werden wir uns aber nicht entmutigen lassen. Gemeinsam mit unserem Amt gehen wir dagegen an. Und wenn doch mehere Einwohner bereit sind, sich für den Ort und seine Menschen zu engagieren, dann wird auch Groß Stieten ein liebens- und lebenswerter Ort für seine Einwohner und Gäste bleiben.

Steffen Woitkowitz, Bürgermeister

Sprechzeiten:
Bürgermeister Steffen Woitkowitz
jeden 1. Dienstag im Monat: 18.00 – 19.00 Uhr
oder nach Vereinbarung unter Telefon: 0172 1682988
im Dorfgemeinschaftshaus, Seniorentreff